Archiv für den Monat April 2015

Baum und Mensch

Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

In Hassbach (Gemeinde Warth) gibt es einen Schaukasten, in dem auf originelle Weise die Geschichte des Ortes gezeigt wird: Die Jahreszahlen wichtiger Ereignisse werden in Verbindung mit den entsprechenden Jahresringen einer Baumscheibe (*) gesetzt. Was alles passiert, während so ein Baum heranwächst! Ich möchte die Idee nicht klauen, aber gleichzeitig würde ich bei meiner Ausstellung sowas gerne einbauen 😉

(*) laut Wikipedia ist eine Baumscheibe der „Bodenbereich rund um das untere Ende eines Baumstamms“ und nicht der abgebildete Teil eines Baumstammes – aber wie sagt man dann zu einer solchen Scheibe? Eine Google-Bildersuche zeigt jedenfalls, dass nicht nur ich „Baumscheibe“ dazu sagen tät…

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Sammeln untersagt

Bild: Monika Bargmann, CC-BY

Bild: Monika Bargmann, CC-BY

Damit war wohl jemand nicht einverstanden 😉

Das Bild wurde im Oktober 2010 im Gebiet der Steyersberger Schwaig (Kirchberg am Wechsel) aufgenommen.

„Zerbrochene & zersplitterte Stämme“

Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Am Hauptplatz in Wiener Neustadt erinnert eine Gedenktafel an einen großen Sturmschaden im Jahr 1946: „Bei der Sturmkatastrophe im Februar 1946 wurden im Föhrenwald mehr als 100.000 Kubikmeter herrlichen Baumbestandes vernichtet. Diese Platte stammt von einem 300 Jahre alten vom Sturm gefällten Waldriesen“.

Den Hinweis darauf habe ich aus dem Artikel „Die Sturmkatastrophe“ , der in der NÖN Wiener Neustadt aus Woche 16/2014 erschienen ist und der sich auf das Buch „Denkmäler in Wiener Neustadt“ von Gerhard Geissl bezieht. Im Zeitungsartikel heißt es:

Durch den flachgründigen, aufgeweichten und von Bombentrichtern durchsetzten Schotterboden hatte der Sturm leichtes Spiel, die Föhren fielen um wie Dominosteine.

Über die Datenbank des OÖ Landesmuseums bin ich auf den Artikel „Der Föhrendamm gegen drohende Versteppung“ gestoßen, der in der Zeitschrift „Natur und Land“, Ausgabe  2+3 (1967), S. 49-50 erschienen ist. Dort schreibt der (nicht  namentlich genannte) Verfasser:

In wenigen Stunden rissen die pfeifenden Fallböen 250.000 Stämme aus dem Boden. Das waren ungefähr 100.000 Festmeter gesunden Holzes, das das Wüten des Sturmes dem Verderben überant­wortete. Wo sonst die Spaziergänger aus der nahen Wiener Neustadt lustwandelten, ragten nun zerbrochene und zersplitterte Stämme in die Luft, krümmten sich hilflose Wurzeln, und Äste und Zweige bildeten mit dem Unterholz ein undurchdringliches Gewirr.

Für mich ist das insofern auch persönlich von Interesse, als dieser Windwurf den Anlass für die Firmengründung meines Großvaters und seines Kompagnons war und aus dem im Föhrenwald gewonnenen Holz die ersten Häuser in Föhrenau gebaut wurden. Auf der Website der Gemeinde Lanzenkirchen steht dazu:

Seine Entstehung [Anm.: die Entstehung des Ortsteiles Föhrenau] fällt in die Jahre 1945/46. die Häuser wurden in zwei Bauweisen errichtet, und zwar als Fachwerkbau und in Riegelbauweise. Im Jahre 1946 hatte ein Wirbelsturm einen Großteil des Föhrenwaldes entwurzelt. Die ersten 30 Häuser wurden daher großteils aus Föhrenstämmen errichtet.

Peruanischer Holzerker in Lichtenegg

Holzerker Tschudihof Lichtenegg

Bild: Monika Bargmann, CC-BY-SA

Dieser Holzerker befindet sich auf dem sogenannten „Tschudihof“ in Amlos (Gemeinde Lichtenegg). Der Schweizer Naturforscher und Volkskundler Johann Jakob von Tschudi, der in Lichtenegg wohnte, hatte ihn von einer seiner Reisen nach Südamerika mitgebracht und an seinem Wohnhaus anbringen lassen. Der Tschudihof hieß bis 1952 Jakobshof und wurde offensichtlich nach seinem berühmten Bewohner benannt, obwohl Jakobshof ja auch zu ihm gepasst hätte 😉 Die Initiative „Vintage Lichtenegg“ hat vom damaligen Festakt Bilder auf Facebook gestellt.

Außerdem bemerkenswert: „Im Umfeld des Hofes sind einige monumentale exotische Baumarten aus der Zeit Tschudis erhalten geblieben“, heißt es auf der Website der Gemeinde Lichtenegg. Da muss ich beim nächsten Besuch genauer schauen.

Aufgenommen habe ich das Bild schon im Jahr 2006 im Zuge meiner Recherchen zu Hofnamen – daran erinnert wurde ich durch die Erwähnung des Erkers in der Broschüre „Die Bucklige Welt“ (Denkmalpflege in Niederösterreich, Band 25), genau gesagt im Artikel „Zur kunstgeschichtlichen Bedeutung“ von Werner Kitlitschka, dem früheren Landeskonservator für Niederösterreich beim Bundesdenkmalamt.