Ein heller Blitz zuckt in den Föhrenwald

Erste Tropfen fallen.
Die Blätter der Obstbäume biegen sich.
Torfstaub wirbelt im Moor auf.
Die Birken biegen sich.
Blitze durchzucken den Himmel, durchflammen ihn.
Schrille Knalle ängsten die Tiere.
Wehe euch Bienen, die ihr nicht rechtzeitig heimgekommen seid!
Einige, die im Moore geweidet hatten, trägt der Sturm gegen die Hütte, aber er jagt sie darüber hinaus, und sosehr sie sich auch plagen, sich aus seinen kräftigen Armen zu befreien, sich zum Korbe zu retten – es gelingt ihnen nicht. Er wirft sie auf die Erde, ins Gras, in den Saatacker, in die Gräben, in den Moorbach.
Ein heller Blitz zuckt in den Föhrenwald vor dem Dorfe. Ein Knall, vor dem die Erde zittert, Feuer loht zum Himmel.
Eine Föhre brennt, und die Flammen bedrohen ihre Nachbarinnen.
Aber knapp nach dem zündenden Blitze fällt schwerer Regen, und das Feuer verlischt.
O die armen Bienen, die das Heim nicht mehr erreicht hatten! Was wird mit ihnen geschehen?

Aus: Georg Rendl: Der Bienenroman. Leipzig: Insel-Verlag 1931

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Veröffentlicht am Mai 27, 2016, in literatur. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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